Stadt Felsberg

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Die Stadt Felsberg ist eine moderne kleine Stadt mit mittelalterlicher Geschichte im Herzen von Nordhessen, mitten in den Wäldern der Märchen der Gebrüder Grimm. Sie liegt  im Schwalm-Eder-Kreis, gut 20 Kilometer südlich von Kassel, und hat circa 2.500 Einwohner.

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Die Infrastruktur der Stadt Felsberg (circa 11.000 Einwohner mit allen 16 Stadtteilen) ist bestens ausgestattet: Zwei Grundschulen sowie eine  Gesamtschule mit Bildungsgängen Gymnasium und Mittelschule (Haupt- und Realschule) werden bis zur Klasse 10 angeboten.  Ein mehrfach überregional ausgezeichnetes Soziales Dienstleistungszentrum Felsberg mit Kinderkrippe, Großküche, Haushalts- und Seniorenservice, und Schülerbetreuung sowie eine spezielle Kinder- und Frauenbeauftragte  beförderte Felsberg in die Spitzenklasse in Hessen wenn es um soziale Leistungen  und familienfreundliche Kommunen geht. Ein  modernes beheiztes Freibad mit tollem Blick auf die Burg,  ein Kindergarten, ein Jugendzentrum, eine Bücherei, ein Buchladen, 15 niedergelassene Ärzte sowie die  vorbildliche Seniorenresidenz St. Valentin machen Felsberg einmalig in Nordhessen. Sieben evangelische Gemeinden, ein katholisches Pfarramt, eine neuapostolische Kirche, eine islamische Gemeinschaft sowie die in Hessen einmalige Felsberger Liberale Jüdische Gemeinde  Emet weSchalom spiegeln die Vielfalt und die Offenheit der Felsberg Bürger wieder.

Es existiert auch ein Bienenkundemuseum des Bezirksimkervereins im Torhaus des ehemaligen Klosters Kartause Eppenberg am Heiligenberg; ein Museum für Vor- und Frühgeschichte und ein Heimatmuseum im Ortsteil Gensungen.

An die 100 eingetragene Vereine in Felsberg wie Sportvereine,  Chöre und Gesangvereine, Schützenvereine, der Burgverein, ein Deutsch-Türkischer Kulturverein, Wanderfreunde, Heimatvereine, eine Pferde-Reithalle, KleintierzüchterAngelfreunde, und viele andere Vereinigungen sind lebendige Teile des Lebens und der Gemeinschaft in Felsberg und seinen Stadtteilen. Der Handball Sportverein Felsberg/Gensungen stieg 1996 als Hessenmeister in die Regionalliga auf, wurde südwestdeutscher Meister und spielte  für eine Zeit in der 2. Bundesliga. Im Jahr 1972 spielte der TSV Jahn Gensungen sogar in der Ersten Bundesliga. Die Damenmannschaft im Bogenschießen vom Schützenverein Felsberg/Böddiger wurde in Jahr 2013  Deutscher Meister im Team-Wettbewerb.

Die Jugendwerkstatt- und Energiewerkstatt Felsberg bildet aus, vermittelt Lehrstellen und ist international tätig. In Gensungen bietet die Bildungsstätte Vogtscher Hof des Jugendverbandes Bund Deutscher Pfadfinder (BDP)  ein historisches Tagungshaus mit einem besonderen Ambiente.

Die HNA, die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine berichtet im Lokalteil Melsungen ausführlich über das Geschehen in Felsberg und seinen 16 Stadtteilen. Die wöchentlich erscheinenden Felsberger Nachrichten veröffentlichen lokale Berichte. In Felsberg finden mehrmals jährlich Theater, Kleinkunst- und Kabarettveranstaltungen statt, auch die Open-Air-Konzerte sind bei den Bürgern als auch Touristen sehr beliebt (siehe Veranstaltungskalender der Stadt Felsberg).

Der Regionalbahnhof Felsberg-Gensungen und viele Busverbindingen verknüpfen Felsberg mit dem Umland. Die Stadt Kassel ist 25 Minuten , die Stadt Frankfurt mit Flughafen circa 2 1/2 Stunden mit der Bahn oder mit dem Auto entfernt. Hier mehr Informationen zur Anfahrt.

Es existieren Städtepartnerschaften mit Vernouillet (Frankreich) und Cheddar (England), sowie Freundschaftsverträge mit Felsberg (Saar)Felsberg (Schweiz) und Dingelstädt (Thüringen).

Felsberg verspürte auch den Hauch der Weltgeschichte:

Am 8. November 1938 (einen Tag früher als an den meisten anderen Orten in Deutschland) kam es zu einem Pogrom gegen die 18 noch in der Stadt Felsberg lebenden jüdischen Personen. Der Felsberger jüdische Mitbürger Robert Weinstein wurde zum ersten Todesopfer in den November Programmen 1938 im Deutschen Reich. Am 8. November 1938 (einen Tag früher als an den meisten anderen Orten in Deutschland) kam es zu einem von Berlin und der Gauleitung Kurhessen der NSDAP gesteuerten “spontanen ” Pogrom gegen die 18 noch in der Stadt Felsberg lebenden jüdischen Personen. Dabei starb der schwer kranke Robert Weinstein, der aus seinem Haus in der Obergasse aus dem Bett gezerrt und durch die Straßen getrieben wurde, an einem Herzinfarkt. In Gedenken an Robert Weinstein weihte die Stadt Felsberg am 8. November 2013 den Robert Weinstein Platz in der Untergasse ein.

Die Domäne Mittelhof in Gensungen war der Familensitz von Egbert Hayessen (*1913; †1944 in Berlin-Plötzensee),  Major und Widerstandskämpfer, und ein Verbündeter mit  Claus von Stauffenberg vom fehlgeschlagenen Attentat Operation Walküre am 20. Juli 1944 auf Hitler. Egbert Hayessen wurde am gleichen Tag des Prozesses nach der Verurteilung in einem Justizmord hingerichtet. Eine Gedenktafel in Berlin sowie am Mittelhof in Gensungen erinnert an sein vorbildliches und ehrenhaftes Handeln des Felsberges.

Der Besitzer der Altenburg, Hans von Boineburg-Lengsfeld, in dessen privaten Familienbesitz sich die Burg seit dem 16. Jahrhundert bis heute befindet, gehörte auch zum engen Kreis der Widerstandsgruppe um Stauffenberg. Er war ein Freund von Generalfeldmarschall Erwin Rommel und diente als Stadtkommandant von Groß-Paris. Boineburg verhaftete in Paris in der Verwirrung kurz nach dem Attentat führende Mitglieder der Gestapo und der SS auf Grund einer Fehlmeldung über ein gelungenes Attentat. Boineburg überlebte die Hinrichtungen. Er wurde von seinen Mitstreitern nicht verraten und redete sich damit heraus, nur Befehle aus Berlin befolgt zu haben. Boineburg war es auch, der sich mit anderen dem Befehl Hitlers widersetzte, Paris in Schutt und Asche zu legen. Er lebte nach dem Krieg in Felsberg/Altenburg.

1640, gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges,  brannte die „kroatische Reiterei“ von Octavio Piccolomini, einem kaiserlichen General Wallensteins, Orte um Felsberg nieder. Die Kroaten nahmen  als Söldner am Dreißigjährigen Krieg auf Seiten der kaiserlichen Katholischen Liga, als auch der bayrischen, spanischen, dänischen und französischen Truppen in Europa teil. Am 14. August 1640 trafen vor Fritzlar die beiden Hauptarmeen der kriegführenden Mächte aufeinander.  Die kaiserlich katholischen Truppen unter Piccolomini and die schwedisch protestantischen, unter der Führung von Johan  Banér,  lieferten sich mehrere blutige Gefechte. Felsberg geriet zwischen die Fronten und erlitt große Schäden.

Die Geschichte der Stadt Felsberg ist bemerkenswert:

Auf dem Gebiet der Stadt Felsberg liegen die Ruinen dreier Burgen, der Felsburg, der Altenburg im Stadtteil Altenburg, und der Burg Heiligenberg oberhalb des Stadtteils Gensungen am gegenüberliegeneden Ufer der Eder. Felsberg ist daher als „Drei-Burgen-Stadt“ bekannt. Die Festungen wurden wegen ihrer strategisch wichtigen Lage im Mittelalter, zwischen dem Erzbistum Mainz und der Landgrafschaft Thüringen bzw. Hessen, errichtet. Nur am Welterbe Oberes-Mittel-Rheintal  gibt es in Deutschland einen anderen Drei-Burgen-Blick mit den Burgen Katz,  Rheinfeld und Burg Maus  am Loreley-Felsen. Mehr über die Geschichte der Felsburg lernen Sie vom Burgverein Felsberg.

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Die Burg Heiligenberg gehörte dabei zu Mainz, während die Felsburg und die Altenburg zu Hessen gehörten. Sowohl die Felsburg als auch die zwei Kilometer entfernte Altenburg sind durch ihre markanten Türme (im Volksmund Butterfass genannt) gekennzeichnet. Die Salzstraße führte von der Werra, wo die Salzgewinnung stattfand, über Felsberg ins Rheinland.

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Im Jahre 1090 wird Felsberg unter dem Namen Velisberc in einer Mainzer Urkunde erwähnt, ebenso 1209 in einem Güterverzeichnis des Fritzlarer Petrusstifts. Die erste urkundliche Erwähnung Felsbergs als Stadt war 1286. Der historische Stadtkern war seit dem 13. Jahrhundert von einer Stadtmauer von 830 Meter Länge umgeben, die heute noch teilweise erhalten ist.

Von 1455 bis 1488 wirkte der Alchimist Klaus von Urbach auf der Felsburg, um dort auf Geheiß des Landgrafen Gold herzustellen. Um 1510 war Euricius Cordus Rentschreiber in Felsberg.

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Wappen der Stadt Felsberg

Während der Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen (1807–1813) war Felsberg Verwaltungssitz des Kantons Felsberg. Im Königreich Westphalen wurde 1808 die jüdische Glaubensgemeinschaft rechtlich den christlichen Kirchen gleichgestellt. Der Rabbiner Israel Jacobson (1768-1828) wurde unter Jerome Bonaparte Präsident des israelitischen Konsistoriums. Er zog von Seesen nach Kassel um, damit er seine Vorstellungen zu einem aufgeklärten, assimilierten Judentum in die politische Praxis umsetzen konnte. In Kassel eröffnete er ein liberales jüdisches Gebetshaus und förderte die Errichtung eines Seminars (Consistorial Schule Cassel) zur Ausbildung jüdischer Lehrer. Nordhessen, als Teil des Königreiches Westphalen, ist Geburtsort der Liberalen Jüdischen Bewegung, weltweit eine der großen Strömungen innerhalb des Judentums und  bis zum Holocaust die größte jüdische Strömung in Deutschland.

Mehr:  http://de.wikipedia.org/wiki/Felsberg_(Hessen)

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Burgruine Felsburg

Die Ruine thront auf einem schroffen Basaltfelsen über der Altstadt. In der guterhaltenen Ringmauer liegt die Burgkapelle. Sehenswert ist auch der Bergfried, im Volksmund „Butterfaßturm“ genannt, da er hell angestrichen ist. Der Turm wurde 1388 errichtet. Die Aussichtsplattform kann über steile Holzstiegen erreicht werden. Vom Turm hat man eine wunderbare Rundsicht über Felsberg und die Ederniederung.

Öffnungszeiten: Die Burganlage ist nur im Sommerhalbjahr an Sonn- und Feiertagen von 13:00 bis 17:00 Uhr zugänglich (kein Eintritt; Führungen vermittelt der Burgverein Felsberg. Auf der Seite des Burgverein Felsberg sind viele Infos zur Anlage zu finden. ( Abbildung Altenburg links, Felsburg rechts).

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Mehr: http://de.wikivoyage.org/wiki/Felsberg_(Hessen)